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Saunabau im Holzhaus

Der Raum

Innen- und Außenwände

Unser Haus ist aus Holz, im Lignotrend-system gebaut. Die Außenwände bestehen aus drei Lagen Massivholz mit zwei Lagen Latten dazwischen. Eine Saunawand ist eine Außenwand. Die Innenwände der Sauna bestehen aus einer dünneren Version desselben Systems, mit nur zwei Lagen Massivholz. Im Bild ist die Struktur einer Innenwand zu sehen. Im Hintergrund sind die Außenwand und die Decke.

Das Dach wurde mit Zellulosedämmung isoliert. Diese ist nicht so feuchtigkeitsempfindlich wie Mineralwolle- oder Glasfaserdämmung, erträgt aber auch nur eine begrenzte Menge Wasser und ist daher durch eine Damfbremse geschützt.

heruntergesetzte Decke

Aufgrund der Dachschräge stieg die Raumhöhe von 1,4m an der Aussenwand auf weit über 2m. Da es aufgrund der Raumaufteilung nicht möglich war, eine zugängliche Liegemöglichkeit über 1,5m hoch einzubauen, habe ich als erstes die extreme Raumhöhe auf 1,95m verringert, um Heizenergie zu sparen. Das Bild zeigt die heruntergezogene Decke vor Anbringen der Bretter. Oben rechts ist der verbleibende schräge Teil der Decke sichtbar. Auf der Lattung für den flachen Teil liegen Holzweichfaserdämmplatten. Zwischen der Dämmung und der Deckenschräge ist die blaue Dampfbremse des Dachs sichtbar.

Luftlücke oben

Die Luft kommt in die Sauna hinein durch ein Loch unter dem Ofen. Am anderen Ende des Raums habe ich eine Lücke zwischen einem Teil der Decke und der Wand gelassen. Durch diese Lücke kommt die Luft in den Freiraum zwischen der Dachschräge und dem flachen Teil der Decke, und verlässt die Sauna durch ein zweites Loch in der Wand. Das Bild zeigt die Lücke in der Saunadecke. Sie ist nicht sehr ordentlich, aber in der fertigen Sauna auch nicht mehr sichtbar.

Dämmung

Die Holzwände selbst isolieren ziemlich gut. Um die Energieverbrauch zu verringern und die Wände vor den extremsten Temperaturschwankungen zu schützen, habe ich 2cm starke Holzweichfaserdämmung angebracht, wie sie auch in den Außenwänden des Hauses verwendet wurde. Für die meisten Wandkonstruktionen ist erheblich stärkere Dämmung notwendig, normalerweise aus Glasfaser oder Mineralwolle. Ein Vorteil der Holzfaserdämmung war, dass sie sich einfach mit breitköpfigen Nageln an die Wand nageln ließ. Für die meisten Dämmungen werden dicke Balken an die Wand angebracht und die Dämmung dazwischen gehängt.

Dämmung mit eingebauter Struktur

Unabhängig von der Art der Dämmung, überall dort, wo in der fertigen Sauna etwas schweres an die Wand angebracht werden soll, muss eine Lücke in der Dämmung gelassen und Holz in der Stärke der Dämmung an die Wand fixiert werden, um die Last zu tragen. Das Bild zeigt die Dämmung an einer Wand mit Holzeinlagen für eine hohe breite (120cm) Liege hinten, eine tiefere engere (52cm) Liege weiter vorne, und für den Ofen. Zwischen der Dämmung und dem Fußboden ist eine Lücke, damit sie nicht vom Fußboden nass wird.

Um Kondenswasser in der Dämmung oder zwischen der Dämmung und der Wand vorzubeugen, habe ich eine Dampfbremse über die Dämmung angebracht. Holz und Holzfaserdämmung sind nicht besonders empfindlich gegen Feuchtigkeit, die, wenn sie eindringt, durch die Fasern verteilt wird und einen Weg wieder hinaus findet. Deswegen reicht eine Dampfbremse aus; eine Dampfsperre ist nicht nötig. Die Dampfbremse hat den Vorteil, dass sie fehlertoleranter ist: wenn sich in einer Dampfsperre doch ein Loch ist, kann das Wasser, das dort eindringt, nur auch dort heraus. Eine Dampfsperre wäre im Handel wohl einfacher zu finden gewesen. Der Hersteller der Pro Clima Dampfbremse, die in unserem Haus eingesetzt wurde, empfiehlt Pro Clima DA für die Verwendung in einer Sauna: die normale Dampfbremse ist nur bis höchstens 80°C bautechnisch zugelassen. Wenn eine andere Art Dämmung verwendet wird, oder wenn die Wände nicht aus Holz sind, ist eine Dampfsperre unbedingt notwendig, um Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel zu vermeiden.

Wandverkleidung

Rückwand mit Dampfbremse

Über der Dampfbremse oder -sperre werden Latten angebracht, an die die Innenverschalung fixiert wird. Hier auch, wenn etwas schweres an der Wand hängen soll, muss dieses Strukturell vorbereitet werden. Das Bild zeigt die Rückwand der Sauna und einen Teil einer Seitenwand. An der rechten Wand sind drei waagerechte Latten und die Struktur für die hintere Liege. An der Rückenwand rechts sind auch waagerechte Latten; links ist das Bild etwas interessanter wegen des leicht experimentalen Lüftungssystems, das in der Rückenwand eingebaut ist:

Wenn die Luft in eine Sauna unten hereinkommt und oben herausgelassen wird, resultiert eine ziemlich starke Temperatursteigung von kalt unten bis sehr heiß oben. Obwohl ein Temperaturunterschied erwünschenswert ist, damit diejenigen, die es lieber etwas kühler haben möchten, unten sitzen können, ist es besser, wenn die Temperatur über der höchsten Sitzmöglichkeit mehr oder weniger gleichmäßig ist. Dies kann dadurch bewirkt werden, dass sich der Luftausgang dicht unterhalb dieser befindet. Leider reicht der Höhenunterschied dann nicht mehr aus, um die Luft durch Konvektion schnell genug auszutauschen. Eine Lösung ist eine Zwangslüftung, mit einem Ventilator im Lufteingang. Meine Lösung ist, die Konvektionsströmung über einen Umweg zu leiten: die Luft kommt unten herein und geht oben wieder heraus, aber um nach oben zu gelingen, muss sie durch den Rückwand unter der Verschalung durch. Waagerechte Latten hätten den Weg versperrt, also habe ich oben schräge Latten benutzt, um die Luft Richtung Ausgang zu leiten, und weiter nach unten getrennte Holzstücke mit Lücken dazwischen, die dort angebracht sind, wo später die Verschalungsbretter aneinander treffen sollten. Die Lüftung funktioniert.

Verkleidung mit Lüftung und Möbelrahmen

Für die Innenverkleidung habe ich normale Nut-und-Feder-Bretter benutzt. Im Handel ist Saunaverkleidung erhältlich, mit breiteren Federn und tieferen Nuten, aber sie ist nur 8mm stark und ich finde sie unschön. Ich wollte mehr Holz in die Sauna einbauen, damit sie länger besser riecht. Wenn Sie nicht die besondere Saunaverkleidung einbauen, müssen Sie Ihrem Holzhändler vertrauen können, Ihnen gut getrocknetes Holz zu verkaufen, das nicht nacher schrumpft. Das Bild zeigt die hintere Ecke mit dem Lüftungsschlitz und den Rahmen für die Liegen. Dort, wo zwei kürzere Bretter eingesetzt wurden statt eines einzelnen von der Decke bis zum Boden, ist die Naht hinter einem Rahmen versteckt. Der Balken, auf dem das Dach sitzt, ist mit einem eigenen Brett zugedeckt, mit dünnen Latten dahinter, damit die Luft Zirkulieren kann. Die Verkleidung hört ein gutes Zentimeter über dem Fußboden auf, damit sie nicht nass wird, wenn der Boden gewaschen wird, und damit die Luft hinter ihr zirkulieren kann. Als geraden Abschluss habe ich eine Fußleiste unten an der Verkleidung angebracht, die auch ein paar Millimeter über dem Fußboden hängt.

Liegen und Bänke

Traditionell wurde Alles in einer Sauna aus Fichte oder Kiefer gemacht. In öffentlichen Saunen in Europa werden die Bänke heutzutag meist aus einem leichten tropischen Holz wie Abachi (triplochiton scleroxylon) gefertigt. Die Vorteile des Abachiholzes sind, dass es keinen Harz enthält, wenig Hitze speichert, und keine Splitter wirft. Die Nachteile sind, dass es nach nichts riecht und schmutzempfindlich ist, weswegen man in der Sauna auf einem Handtuch sitzen muss. Die Vorteile des Fichtenholzes sind, dass es besser riecht und nicht Tausende von Kilometern durch die Weltgeschichte verfrachtet werden muss. Die Nachteile sind, dass es Harz enthält, Splitter werfen kann, und sich heißer anfühlt, weswegen man auf einem Handtuch sitzen muss.

Das Problem mit dem Harz ist, dass er bei Saunatemperaturen schmilzt und tropft. Glücklicherweise sind die Stellen, wo dies zu erwarten ist, gut sichtbar als meist längliche Löcher, oft mit sichtbarem Harz darin, und lassen sich leicht an sicheren Stellen einbauen. Ich habe die meisten Harzlöcher in der Innenverkleidung in der Ecke neben dem Ofen eingebaut. Die anderen sind unter den Bänken. Das Schöne am Harz ist das Geruch. Wer eine Sauna für Fremde baut, mag es für ratsam halten, Abachi zu benutzen (und wird sich dabei vor dem allergenen Holzstaub schützen). Wer für sich selbst baut, wird vielleicht Fichte in Erwägung ziehen.

Vergleich: Fichte und Abachi
HolzartHitzespeicherkapazitätHarzinhaltStruktur
FichteRelativ hoch, deswegen heiß zum Anfassen: Sie müssen auf einem Handtuch sitzen.Harzhaltig. Duftet schön, aber Sie müssen aufpassen, wo sie die Harzlöcher einbauen.Faserig, kann splittern. Sie müssen auf einem Handtuch sitzen, und es rät sich, einmal im Jahr mit einsatzbereitem Schmiergelpapier eine Kontrolle durchzuführen.
AbachiRelativ niedrig, fühlt sich kühler an. Kein Harz, riecht nach nichts.Porös, fängt leicht Schmutz. Sie müssen auf einem Handtuch sitzen, und es rät sich, einmal im Jahr spezielles Saunaöl einzureiben.
Liegen aus Fichte

Ich habe Fichtenbretter benutzt, 14cm breit und 26mm stark, mit 1cm Lücken dazwischen. Die große Liege hinten habe ich in zwei Teilen gemacht, damit es einfacher ist, sie herauszunehemen oder aus dem Weg zu schieben, um darunter sauber zu machen. Für die Rückenlehnen habe ich die gleichen Bretter genommen. Da die Innenverkleidung ziemlich stabil ist, war in der Wand keine tragende Struktur für die Rückenlehnen notwendig. Nach sieben Jahren (Stand: Mai 2010) hatten wir immer nooch keine Probleme mit Splittern und die Sauna riecht immer noch nach Holz.

Tür und Ofen

Die Tür und der Ofen sind Teile, die man eher vorgefertigt kauft.

Ich habe eine Fertigtür mit Rahmen von Tylö gekauft. Sie war das teuerste Einzelteil der ganzen Sauna, funktioniert vollkommen, und hält wohl ewig. Aber es war eine schwierige Fummelarbeit, das Innenleben der Wände außerhalb des Rahmens zuzudecken und einen sinvollen Übergang zur Wand nach Innen und nach außen herzustellen. Wenn ich alles wieder machen müsste, würde ich ein Angebot von einem Zimmermann und einem Glaser holen. (Vielleicht um danach eine Fertigtür einzubauen.)

Saunaofen

Eine Sauna wird von Steinen beheizt. Dementsprechend ist der Ofen, der die Steine behält und aufheizt, das Herz der Sauna. Es war nicht einfach, einen Ofen auszusuchen: auf den ersten Blick, sah es so aus, als ob eine unüberschaubare Schar Saunaofenhersteller sich den Markt streitig machen. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass, abgesehen von dem nachbarschaftlichen Billiganbieter, nur drei von wirklicher Bedeutung waren: Saunatec und Harvia aus Finland, und Tylö aus Schweden. Die Scheinvielfalt ruhte daher, dass die finnischen Anbieter verschiedene Marksegmente unter verschiedenen Namen bedienten. Als ich meine Sauna gebaut habe (2003), hat Saunatec bessere Beurteilungen bekommen als Harvia. Tylö-Öfen heizen einen Teil der Luft direkt und haben weniger Steine als vergleichbare Öfen anderer Hersteller. Deswegen werden sie schneller heiß. Welche Auswirkung das auf die Luftqualität in der Sauna hat oder nicht hat, weiß ich nicht. Ich habe einen Saunatec-Ofen.

Ein Problem ist doch vorgekommen: nach einigen Monaten fing der Ofen an, einen unangenehmen Geruch von sich zu geben. Es stellte sich heraus, dass die Steine so gerutsch waren, dass ein großer Teil eines Heizelements keinen Kontakt mehr zu den Steinen hatte. Da nur die Luft die Hitze ableitete, wurde es zu heiß. Steine neu verteilt: Problem gelöst.

Andere Lesequellen zur Sauna

Leider bin ich bei meinen Recherchen im Internet meist auf Englisch fündig geworden:

Auf Michael Cankars Seite finden Sie Informationen über die Geschichte und Kultur der Sauna, sowie ein Sauna-Wörterbuch, Grundinformationen zum Saunabau, und mehr.

Bei sauna.org gibt es informationen über mehr oder weniger alles, und viele weitere Verknüpfungen für Interessierte und Neugierige.